Flash Note

Carmignac Patrimoine: Das Positive an den Turbulenzen des Brexit Juli 2016

29.07.2016

Das Umfeld scheint kurzfristig relativ gut zu sein, aber die politischen Risiken, die die Volatilität an den Märkten zusätzlich befeuern, können nicht ignoriert werden.

Wichtigste Schlussfolgerungen:

  • Auf kurze Sicht besteht das Paradoxe des Brexit darin, dass er für die geldpolitischen Entscheidungsträger als Grund für eine noch entgegenkommendere Haltung taugt, was den Märkten erneut Unterstützung bietet.
  • Allerdings bestehen noch viele Möglichkeiten, dass die Wirtschaft und die politische Situation aus dem Ruder laufen.
  • Insbesondere die Politik der Reflation könnte sich wesentlich auf die Inflationserwartungen in den USA auswirken.
  • Am meisten überzeugt sind wir von: Aktien mit hoher Prognosesicherheit, günstigen Anleihen und Aktien aus dem Energiesektor, Anleihen europäischer Banken, Staatsanleihen der Peripherieländer und ausgewählten Schwellenländeranleihen.
  • Unser Risikomanagement: Währungen, die als sichere Häfen gelten, Goldaktien und ein aktives Management unserer Aktien-, Zins- und Kreditabsicherungen.

  Insgesamt erscheint das Umfeld für finanzielle Vermögenswerte relativ vorteilhaft, zumindest kurzfristig. In der Tat ergeben ein moderates Wachstum, entgegenkommende Zentralbanken und eine bald forschere Haushaltspolitik (zunächst in Großbritannien und Japan, möglicherweise gefolgt von den USA) für die Märkte eine recht positive Mischung. Allerdings lassen sich die politischen Risiken, die die Volatilität zusätzlich befeuern, welche die Finanzmärkte belastet (und weiterhin belasten wird), nicht ignorieren. Außerdem bestehen noch viele Möglichkeiten, dass die Wirtschaft aus dem Ruder läuft. Diese Faktoren und historisch hohe Bewertungen bedeuten, dass die Märkte kurzfristige Kurssprünge und Verzerrungen verzeichnen dürften.

Vor diesem Hintergrund sind wir darum bemüht, unsere von Überzeugungen getragene, benchmarkunabhängige Anlagephilosophie in Kombination mit einem aktiven Risikomanagement umzusetzen, um diese turbulenten Zeiten gut zu überstehen.

[Divider] [Flashnote] Plane in the sky

Ausgewogener Portfolioaufbau

Unsere Strategie basiert weiterhin auf unseren stärksten Überzeugungen (Aktien mit hoher Prognosesicherheit, günstige Anleihen und Aktien aus dem Energiesektor, Anleihen europäischer Banken, Staatsanleihen der Peripherieländer und ausgewählte Schwellenländeranleihen). Dies dürfte es uns ermöglichen, Erträge zu generieren und zugleich einen Ausgleich über als sicher geltende Währungen, Goldaktien und ein aktives Management von Aktien-, Zins- und Kreditabsicherungsgeschäften zu schaffen.

[Insights] 2016 07_FN_Fund_CP (All) DE

PERFORMANCEFAKTOREN

Aktien mit hoher Prognosesicherheit - 29% des Carmignac Patrimoine *
Das zurzeit ungewisse wirtschaftliche und politische Klima lässt konjunkturunabhängige Aktien mit einer transparenten Gewinnprognose unvermindert attraktiv erscheinen.
Die Dynamik des Technologie- und Internetsektors entspricht nun eher dem Motto "Der Sieger bekommt alles". Die dominierenden Akteure können einen sehr großen Anteil der Marktchancen für sich beanspruchen. In diesem Sektor konzentrieren sich die Anlagen von Carmignac auf Unternehmen, die unseres Erachtens zusätzliche langfristige Wachstumsfaktoren schaffen können, indem sie sich außerhalb ihres Altgeschäfts neuen Bereichen mit hohem Wachstumspotenzial zuwenden. Nachhaltig wachsende Titel wie Amazon und Facebook sind gute Beispiele für Unternehmen, die eine langfristige Performance erzielen und ein schwaches globales Wachstumsumfeld meistern können.

Energieaktien - 4% des Carmignac Patrimoine *
Die derzeitigen volatilen Märkte sind eine Quelle neuer Chancen. Dies trifft insbesondere auf die Energiebranche zu, in der sinkende Preise zu Jahresbeginn einen ausgezeichneten Einstiegspunkt boten.
Nach der Kapitulation der Anleger veranlasste uns der bessere Ausblick für den Ölsektor zu einer rigorosen Aktienauswahl bei Unternehmen hoher Qualität.

Unternehmensanleihen

Europäische Banken - 10% des Carmignac Patrimoine *
Anleihen europäischer Banken dürften weiterhin zu unseren ertragsstärksten Anlagen zählen. Die Entschuldung und Risikominderung, die (bedingt durch die strengere Regulierung europäischer Banken) derzeit innerhalb des Sektors zu beobachten sind, dürften anhalten und sind ein sehr starkes, für die jeweils national führenden Banken innerhalb des Segments der Finanztitel sprechendes fundamentales Argument.

Rohstoffe - 3% des Carmignac Patrimoine *
Die Verzerrungen innerhalb von Anlageklassen (oftmals erkennbar durch bedeutende Spread-Ausweitungen1) können punktuell Anlagechancen schaffen. In der Tat hat uns die erhebliche Ausweitung der Spreads auf Kredittitel von Unternehmen aus dem Rohstoffsektor zu Beginn des Jahres dazu veranlasst, auf selektiver Basis in kostengünstige gefallene Engel aus diesem Bereich mit einer großen Sicherheitsmarge zu investieren.

Staatsanleihen

Staatsanleihen der Schwellenländer - 6% des Carmignac Patrimoine *
Da der US-Dollar vorerst seinen Höhenflug beendet hat, nachdem die Fed keine aggressiven Zinserhöhungen betreibt, und sich die Nachfrage in China stabilisiert, konnten wir dank einer sorgfältigen Allokation in Staatsanleihen der Schwellenländer (vor allem rohstoffbasiert) in günstige Schuldtitel zu attraktiven Kupons investieren, insbesondere in Brasilien, Mexiko und Argentinien.

Staatsanleihen europäischer Peripherieländer - 10% des Carmignac Patrimoine *
Staatsanleihen der europäischen Peripherieländer bieten nach der jüngsten Aufwärtstendenz infolge des "Brexit-Themas" eine erneute Anlagechance. Die Tatsache, dass die Europäische Zentralbank weiterhin Anleihen in Höhe von monatlich 80 Mrd. EUR (im Juni sogar 85 Mrd. EUR) aufkauft, sollte dieser Anlageklasse eine Stütze sein, zumal die EZB wegen des Mangels an deutschen Staatsanleihen, die unter den derzeitigen Vorschriften für solche Käufe zulässig sind, eine Lösung finden muss.

RISIKOMANAGEMENT

Der Ansatz der Zentralbanken dürfte, wenn auch nur kurzfristig, die Märkte weiter unterstützen; allerdings bleibt die Gefahr, dass diese Maßnahmen nicht greifen, für Wirtschaft und Politik groß. Angesichts der hohen Instabilität an den Märkten werden wir nicht zögern, unser gesamtes Arsenal von Instrumenten zur Risikokontrolle einzusetzen, um unsere Engagements in den verschiedenen Anlageklassen zu managen.

Eines der gegenwärtigen Risiken ist die Neubewertung von Fed Funds Futures (die deutlich an Wert verloren haben). Infolge dessen sind wir der Meinung, dass das kurze Ende der US-Zinsstrukturkurve steigen könnte. In diesem Umfeld sind wir bestrebt, eine Long-Position2 in US-Dollar zu halten. Darüber hinaus wird das Inflationsrisiko in den USA unter Umständen unterschätzt, insbesondere wenn es in der bevorstehenden Wahlkampfdebatte reflationäre Politikansätze auf die Tagesordnung schaffen sollten. Wir ziehen es vor, uns auf einen Anstieg der 10-jährigen Breakeven-Inflationsrate in den USA vorzubereiten, indem wir auf Kosten von 10-jährigen nominalen US-Treasuries in 10-jährige inflationsindexierte US-Titel investieren. Ferner ist der daraus folgende Rückgang der realen Renditen für unser Engagement im Goldsektor positiv, der im Falle erneuter Marktinstabilität ebenfalls eine Rolle als sicherer Hafen spielen könnte.

Außerdem verfolgen wir zielgerichtete Aktienabsicherungsstrategien mit Schwerpunkt auf anfälligen Anlagethemen und/oder Marktsegmenten wie die Leidtragenden der Technologie- und Einzelhandelsstrategien von Amazon.

Abgesehen von diesen spezifischen Risiken hat die Marktinstabilität in den letzten Monaten uns in unserer Anlagephilosophie des aktiven Managements unseres Aktien-/Anleiheengagements und einer modifizierten Durationsposition zum Schutz unserer wesentlichen Performancetreiber im Einklang mit unserer Einschätzung der künftigen Marktrisiken bestärkt.

1 Spreads: ein Maß für den Renditeabstand zwischen zwei verschiedenen Anlageinstrumenten.
2 Long: (oder Long-Position) ist der Kauf eines Wertpapiers wie einer Aktie, eines Rohstoffs oder einer Währung.
*Quelle: 15.07.2016