Fonds im Fokus

II. Diversifizierter Ansatz für Anlagen in Schwellenländern Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine: Die Macht der Wahl im Anlageuniversum der Schwellenländer

19.07.2017

In den vergangenen Jahren, haben die Schwellenländer ihren rechtmäßigen Platz, als Teil der strategischen Vermögensallokation in den Portfolien der Anleger, zurückerobert. Anleger mit höherer Risikobereitschaft haben ihr Exposure in Aktienfonds aus Schwellenländern erhöht, während sich vorsichtigere Anleger für Anleihenfonds aus Schwellenländern entschieden. Inzwischen steigt aber auch die Zahl der Anleger, die eine umfassendere Option in den Schwellenländern benötigen: Manche Aktienanleger beispielsweise, würden einen vorsichtigeren Ansatz für das Schwellenländeruniversum bevorzugen. Der eine oder andere Anleihenanleger wiederum, würde seine Schwellenländer-Allokation lieber mit ein paar Aktien aufpeppen. Der Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine ist auf die Bedürfnisse beider Anlegertypen zugeschnitten.

Die Einzigartigkeit dieses Fonds liegt in seinem differenzierten Ansatz. Denn er bietet nicht nur mittels einer diversifizierten Allokation in Aktien, Anleihen und Währungen ein Exposure in den Schwellenländern, sondern legt zudem besonderen Wert auf aktives Risikomanagement. Der Fonds ist daher gleichermaßen auf Schwellenländer ausgerichtet (siehe Kapitel 1), diversifiziert und vorsichtig.

Dieses zweite Kapitel legt den Schwerpunkt auf die Frage, wie der Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine von seinen drei Performancetreibern profitiert.

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Kombination von drei Performancetreibern

Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine setzt auf eine aktive Vermögensallokation, die Aktien, Anleihen und Währungen der Schwellenländer umfasst. Mithilfe der Kombination aus einem fundamentalen Top-down-orientierten1 Ansatz und disziplinierten Bottom-up-orientierten2 Analysen wählen wir die Anlagen aus, die unsere strikten Auswahlkriterien erfüllen und bei denen wir fest davon überzeugt sind, dass sie langfristig weiteres Wachstum verzeichnen werden.

Aktien

Unserer Ansicht nach lässt sich bei Schwellenländeraktien eine gute Wertentwicklung ungeachtet der Richtung des Marktes am besten erzielen, wenn man sich auf die attraktivsten Länder, Sektoren und Unternehmen konzentriert. Wir identifizieren Länder mit soliden makroökonomischen Fundamentaldaten, einem guten Binnenwachstum und gesunden Zahlungsbilanzen. Danach halten wir nach schwach abgedeckten Sektoren Ausschau, die voraussichtlich von langfristigen Wachstumsthemen profitieren werden. Innerhalb dieser Branchen nehmen wir jene Unternehmen ins Visier, die in unseren Augen noch ein jahrzehntelanges Wachstum vor sich haben und dieses Wachstum erzielen können, ohne dafür Rentabilität zu bußen. Wir achten auf wenig kapitalintensive Unternehmen mit soliden Bilanzen, die eine attraktive und nachhaltige Cash-Generierung bieten und im Stande sind, ihr Wachstum selbst zu finanzieren. Der Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine darf in Unternehmen mit beliebiger Kapitalisierung3 investieren, bevorzugt aus Liquiditätsgründen aber in Large und Mid Caps.

Renten

Im Bereich der festverzinslichen Anlagen versuchen wir, mittels Zins- und Kreditstrategien die aussichtsreichsten Chancen zu nutzen. Unsere Zinsstrategien basieren auf dem zentralen makroökonomischen Szenario von Carmignac und streben an, die für Anlagen in Staatsanleihen (lokale oder Auslandsanleihen) am besten geeigneten Länder auszuwählen. Bei unseren Kreditstrategien geht es um internationale und auf die Lokalwährung lautende Unternehmensanleihen aus Schwellenländern, durch die sich zusätzliche potenzielle Anlagemöglichkeiten ergeben.

Währungen

Unser Währungsexposure wird getrennt von den Anleihen- und Aktienpositionen verwaltet, so dass es ein echter Performancetreiber für den Fonds ist. Währungsstrategien dienen zur Generierung von Alpha4 sowie zu Absicherungs- und Arbitragezwecken. Strategien zur Generierung von Alpha4 sollen die Performance des Portfolios verbessern, indem sie das Exposure in einer Währung, in der das Portfolio möglicherweise nicht engagiert ist, verstärken oder verringern. Wir nutzen Absicherungsstrategien, um unser Portfolio vollständig oder teilweise vor der Marktvolatilität zu schützen, und zwar dann, wenn wir eine Schwäche der Währungen erwarten, in denen wir über unsere Aktien- oder Anleihenpositionen investiert sind. Unsere Währungspositionen können aufgrund ihrer Korrelation mit oder Entkopplung von den Aktien- oder Anleihenmärkten zu Arbitragezwecken verwendet werden.

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Die Macht der Wahl

Durch unseren benchmarkunabhängigen Ansatz (siehe Kapitel 1) und die drei Performancetreiber im Anlageuniversum der Schwellenländer haben wir bei Anlagen die freie Auswahl. Die meisten Vermögensverwalter bilden sich eine Meinung zu einem bestimmten Land und wenden dann diese Einschätzung des Landes auf alle Anlageklassen an. Wir verfolgen einen anderen Ansatz. Wir entwickeln eine klare, eigene Einschätzung zu jeder Anlageklasse in jedem Land und beachten dabei, dass die Möglichkeiten, Bewertungen und Risiken von Fall zu Fall unterschiedlich sein können. Betrachten wir zur Veranschaulichung die Anlageargumente für Brasilien und China.

Eine genauere Betrachtung Brasiliens

Die Fundamentaldaten in Brasilien haben sich erheblich verbessert. Die Inflation ist rasch und beständig gesunken, das globale Szenario bietet mehr Unterstützung und der monatliche Aktivitätsindex (ein Indikator für das brasilianische Bruttoinlandsprodukt (BIP)) erholt sich. Außerdem ist Brasiliens Leistungsbilanzdefizit gesunken und die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) sind gestiegen, so dass Brasilien keinen Bedarf an Auslandsfinanzierung hat.

• Aktien: Brasilien bietet attraktive Anlagemöglichkeiten im Aktienbereich. Die makroökonomischen Fundamentaldaten bessern sich, die Unternehmen sind weniger stark verschuldet und das Bankensystem ist relativ stabil. Seit dem Amtsenthebungsverfahren gegen die ehemalige Präsidentin Dilma Rousseff sind wir aktive Teilnehmer des lokalen Aktienmarkts und halten an unserer optimistischen, aber vorsichtigen Haltung fest. Angesichts der aktuellen Bewertungen und politischen Risiken bevorzugen wir „Anlagen mit anleihenähnlichen Merkmalen“ wie Titel von Stromnetzbetreibern, die langfristig inflationsbereinigte und garantierte Einkünfte unabhängig von der Menge des übertragenen Stroms bieten.

• Anleihen: Brasilianische Anleihen beurteilen wir positiv, da sie sehr attraktive risikobereinigte Renditen in Landeswährung bieten. Das Land hat seine Zahlungsbilanz in Ordnung gebracht und die Kombination aus Konjunkturaufschwung und Disinflation (im Gegensatz zur höheren Inflation in den Industrieländern), die das Land erlebt, bleibt günstig für brasilianische festverzinsliche Anlagen.

• Währung: Den brasilianischen Real halten wir auf den aktuellen Niveaus für teuer und unattraktiv. Darüber hinaus erinnern uns die jüngsten Korruptionsskandale daran, dass die politische Unsicherheit nach wie vor ein wichtiger Aspekt ist, der bei Anlagen an diesen Märkten zu beachten ist. Daher kann die Währung ein geeignetes Mittel sein, um attraktive Aktienanlagen abzusichern.

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Eine genauere Betrachtung Chinas

Trotz der nach wie vor bestehenden makroökonomischen Risiken und des „Damoklesschwerts“ der hohen Verschuldung der Unternehmen gelingt es China weiterhin, ein beruhigendes Bild für die Anleger zu zeichnen. Die Konjunkturkennzahlen bessern sich, während die geld- und fiskalpolitischen Impulse dazu beigetragen haben, die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu lindern. China scheint den massiven Blutverlust in Form von Kapitalabflüssen gestoppt zu haben, der die Zahlungsbilanz monatelang schwer belastet hatte. Außerdem wurde der dämpfende Effekt der jüngsten Beschränkungen für den Immobilienmarkt durch die expansive Wirkung der zahlreichen Infrastrukturprojekte ausgeglichen, die derzeit begonnen werden oder bereits laufen.

• Aktien: Wir sind überzeugt, dass China langfristige Anlagemöglichkeiten in Aktien bietet. Die Wirtschaft ist zwar noch nicht wieder vollständig genesen, gibt aber auch keinen Anlass zur Besorgnis mehr. Wir versuchen, den Fokus auf Strukturreformen und strukturelle Trends zu legen und Sektoren zu identifizieren, die begrenzte Kreditrisiken aufweisen und langfristig gute Wachstumsperspektiven bieten. Dazu zählen zum Beispiel die Bereiche E-Commerce und Versicherungen (die Versicherungsdurchdringung ist sechsmal geringer als in Industrieländern).

• Anleihen: Um auf Nummer sicher zu gehen, meiden wir derzeit jedes Exposure in chinesischen Anleihen. Die Verschuldung der Unternehmen ist in China relativ zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) heute höher als in anderen asiatischen Ländern während früherer Finanzkrisen. Höhere Schulden bedeuten eine höhere Volatilität. Die größten Sorgen bereitet uns aber nicht die bloße Höhe der Kredite insgesamt, sondern wie ineffektiv sie sind. Das Kapital ist nicht gut auf die verschiedenen Wirtschaftsteilnehmer verteilt. Private Haushalte und die Zentralregierung benötigen kein Kapital und sind weitgehend schuldenfrei. Die Unternehmen – vor allem die Staatsunternehmen (SOEs) – stehen hingegen im Zentrum von Chinas Problem der extrem hohen Verschuldung.

• Währung: Was die Währung betrifft, bleiben wir vorsichtig. Chinas Devisenreserven sinken weiter, obgleich die Behörden Maßnahmen ergriffen haben, um die Kapitalflucht zu stoppen. Derweil nutzt die chinesische Regierung ihre Reserven, um den Wechselkurs der eigenen Währung zu stützen. Wir glauben, dass das wahrscheinlichste Szenario für die chinesische Währung eine allmähliche Abwertung um jährlich rund 5% bis 7% in den nächsten Jahren ist. Eine schwächere Währung wäre für die chinesischen Exporteure von Vorteil und würde die Stabilisierung der chinesischen Konjunktur unterstützen.

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Hauptrisiken des Fonds

  • AKTIENRISIKO: Änderungen des Preises von Aktien können sich auf die Performance des Fonds auswirken, deren Umfang von externen Faktoren, Handelsvolumen sowie der Marktkapitalisierung abhängt.
  • KREDITRISIKO: Das Kreditrisiko besteht in der Gefahr, dass der Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.
  • ZINSRISIKO: Das Zinsrisiko führt bei einer Veränderung der Zinssätze zu einem Rückgang des Nettoinventarwerts.
  • RISIKO IN VERBINDUNG MIT SCHWELLENLÄNDERN: Die Bedingungen in Bezug auf die Funktionsweise und die Überwachung der Schwellenländermärkte können sich von den für die großen internationalen Börsenplätze geltenden Standards unterscheiden und Auswirkungen auf die Bewertung der börsennotierten Instrumente haben, in die der Fonds anlegen kann.

Kapitalverlustrisiko: Der Investmentfonds besitzt weder eine Garantie noch einen Schutz.  

(1) Top-down-Ansatz: Top-down-Investment: Anlagestrategie, bei der die besten Sektoren oder Branchen ausgewählt werden, um nach Analyse des gesamten Sektors und der allgemeinen wirtschaftlichen Trends dort anzulegen (im Gegensatz zu Bottom-up-Investment).  
(2) Bottom-up-Ansatz: Bottom-up-Investment: Auf der Analyse von Unternehmen basierende Anlagestrategie, bei der Vergangenheit, Führung und Potenzial der betreffenden Unternehmen als wichtiger gelten als die allgemeinen Trends des Marktes oder des Sektors (im Gegensatz zu Top-down-Investment).  
(3) Marktkapitalisierung: ein Maß für die Größe eines Unternehmens, berechnet durch Multiplikation der Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien mit dem aktuellen Aktienkurs. Unternehmen werden für gewöhnlich entsprechend ihrer Größe als gering kapitalisiert (Small Cap), mittelkapitalisiert (Mid Cap) und stark kapitalisiert (Large Cap) eingestuft. Es besteht kein Konsens über die monetären Grenzen dieser Bereiche, aber für den US-Markt gelten folgende grobe Richtwerte: Large Cap = über 10 Milliarden USD, Mid Cap = 2 bis 10 Milliarden USD, Small Cap = 250 Millionen bis 2 Milliarden USD.  
(4) Alpha: Alpha misst die Performance eines Portfolios gegenüber seinem Referenzindikator. Ein negatives Alpha bedeutet, dass sich der Fonds weniger gut als sein Referenzindikator entwickelt hat (Beispiel: der Indikator hat innerhalb eines Jahres 10% erzielt, während der Fonds lediglich 6% erzielt hat: sein Alpha beträgt somit -4). Ein positives Alpha bedeutet, dass sich der Fonds besser als sein Referenzindikator entwickelt hat (Beispiel: der Indikator hat innerhalb eines Jahres 6% erzielt, während der Fonds 10% erzielt hat: sein Alpha beträgt somit 4).