Flash Note

5 Minuten mit Charles Zerah

von
  • Charles ZERAH - Fund Manager
14.02.2018

2017 war für die internationalen Anleihemärkte ein schwieriges Jahr, das von einem leichten Anziehen der Zinsen der bedeutendsten Staatsanleihen und einer starken Aufwertung des Euro gekennzeichnet war. Wie sind Sie beim Carmignac Portfolio Unconstrained Global Bond mit diesem Umfeld umgegangen?

Unsere Allokation in Staatsanleihen der Peripherieländer und Schwellenländeranleihen war von Vorteil für den Fonds

Zunächst einmal konnten wir dank unserer aktiven Währungsverwaltung unsere Allokation auf den Euro konzentrieren und damit einen Teil des Rückgangs der internationalen Währungen abfedern, auch wenn unsere reduzierte Allokation im Dollar und im Yen die absolute Performance des Fonds erheblich belastet hat. Doch dieses ungünstige Umfeld auf dem Devisenmarkt wurde vollständig durch das gute Abschneiden unserer verschiedenen Performancetreiber auf den Anleihemärkten ausgeglichen.

Wir haben zwar eine zurückhaltende Allokation in Zinsen der Kernländer, vor allem in den deutschen Zinsen, beibehalten, aber auch nach den französischen Wahlen unsere Allokation in Staatsanleihen der Peripherieländer aufgestockt. Diese Positionen und darunter vor allem unsere griechischen und portugiesischen Anleihen, deren wirtschaftliche Fundamentaldaten sich erheblich verbessert haben, haben die Performance unterstützt. Zudem haben wir das ganze Jahr über an unserer Auswahl von Schwellenländeranleihen in Lokal- und Fremdwährungen festgehalten, die attraktive Risikoprämien bieten und von der Dynamik der Volkswirtschaften der Schwellenländer profitieren. So leisteten unsere brasilianischen und argentinischen Staatsanleihen einen positiven Beitrag zur Gesamtperformance des Fonds.

Bei den Unternehmensanleihen haben die Themen, an denen wir über den gesamten Berichtszeitraum festgehalten haben, ebenfalls einen bedeutenden Beitrag zur Performance des Portfolios geleistet.

Welche Anlagestrategie werden Sie 2018 verfolgen?

Wir bleiben bei unserem zurückhaltenden Exposure auf den Märkten

Im derzeitigen Umfeld eines breit abgestützten Wachstumszyklus, eines zögerlichen Anstiegs der Inflationserwartungen, einer bevorstehenden Reduzierung der weltweiten Liquidität und einer politischen Dynamik, die eine zunehmende Integration innerhalb der Eurozone erwarten lässt, halten wir mit einer begrenzten Allokation im Kreditrisiko und einer geringen modifizierten Duration an einem zurückhaltenden Ansatz gegenüber den Anleihemärkten fest. Mittelfristig erscheint uns diese Positionierung geeignet, um bestmöglich von der Angleichung des konjunkturellen, politischen und geldpolitischen Zyklus zu profitieren, der zu einer Aufwärtskorrektur bei deutschen Zinsen führen dürfte, auf die wir Verkaufspositionen halten.

Wie hat sich Ihr Fonds angesichts der jüngsten Marktturbulenzen gehalten, und welche Anpassungen haben Sie vorgenommen?

Alles begann mit der Veröffentlichung guter Beschäftigungszahlen in den USA Anfang Februar. Im Januar wurden 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, und die Löhne sind im gleitenden Jahresdurchschnitt um 2,9% gestiegen. Diese Zahlen haben die Furcht vor einem Wiederaufkeimen der Inflation und damit vor einem möglicherweise schnelleren Anstieg der Zinsen als erwartet geschürt. Die Märkte sind also in erster Linie aus Liquiditätsgründen und weniger aus fundamentalen Gründen so massiv eingebrochen, und dieses Phänomen wurde durch den Algorithmushandel und passive Verwaltung noch verschärft.

Angesichts des unvermeidlichen Rückzugs der Zentralbanken hatten wir die modifizierte Duration des Carmignac Portfolio Unconstrained Global Bond im Vorfeld reduziert und das Kreditrisiko des Portfolios verringert. Dank unseres verstärkten Exposures im Yen, der Fluchtwährung auf erschütterten Märkten, konnten wir uns zudem beim Anstieg der Volatilität gut behaupten. Sofern unsere mittelfristige Einschätzung unverändert bleibt, werden wir unsere modifizierte Duration in deutschen und amerikanischen Zinsen anschließend trotzdem auf kürzere Sicht weiterhin aktiv verwalten. Unsere Allokation in Staatsanleihen der Peripherieländer wurde aus taktischen Erwägungen bereits reduziert.

Welche sind Ihre stärksten Überzeugungen innerhalb des Portfolios?

Wir halten an unserer Kaufposition auf Staatsanleihen der Peripherieländer und Schuldtitel der Schwellenländer sowie an einer selektiven Strategie bei Unternehmensanleihen fest

Trotz des Aufwärtsdrucks auf die Zinsen der bedeutendsten Industrieländer bieten sich an den Anleihemärkten immer noch Chancen. In Europa setzen wir vor dem Hintergrund des umfassenden Wirtschaftsaufschwungs und des Rückgangs des politischen Risikos auf eine anhaltende Verengung der Spreads von Anleihen der Peripherieländer. Insbesondere in Italien, wo die Verengung der Renditespannen im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen der in anderen Anlageklassen in Europa zu beobachtenden Verengung der Risikoprämien deutlich hinterherhinkt, wobei zu letzteren auch Aktien und nachrangige italienische Bankanleihen gehören, die aus unserer Sicht einen übertriebenen politischen Aufschlag enthalten.

Auf dem Markt für Unternehmensanleihen setzen wir drei klar definierte und sehr selektive Strategien um: nachrangige europäische Bankanleihen, strukturierte Kreditprodukte sowie Unternehmensanleihen aus dem Energiesektor, vorwiegend aus den Schwellenländern. Zudem sind wir weiterhin überzeugt, dass die Anleihemärkte der Schwellenländer nach wie vor interessante Gelegenheiten bieten. Die meisten großen Schwellenländer dürften nämlich eine Beschleunigung ihres Wirtschaftswachstums bei einer moderaten Inflation erleben und damit wie schon 2017 von einem hohen Zufluss von Anlagegeldern profitieren.

Wie schätzen Sie den Devisenmarkt ein?

Wir bleiben bei unserer strategischen Vorliebe für den Euro gegenüber dem Dollar. Denn der Einheitswährung dürfte der anhaltende und immer breiter abgestützte Konjunkturaufschwung in der Eurozone zugutekommen, der letztendlich die Erwartungen einer Normalisierung der Geldpolitik steigen lassen dürfte. Zudem könnte die glaubwürdige Zusammenarbeit, die sich zwischen Frankreich und Deutschland abzeichnet, den geopolitischen Status der Einheitswährung stärken. Wir bleiben bei Schwellenländerwährungen weiterhin sehr selektiv, wobei sich unser Exposure derzeit vorwiegend auf die Indische Rupie und den Mexikanischen Peso konzentriert.

Angesichts einer unausweichlichen Normalisierung der Geldpolitik ist ein flexibler Ansatz gegenüber den Anleihemärkten 2018 von entscheidender Bedeutung, um so in der Lage zu sein, Kaufpositionen auf risikoreiche Anlagen wie deutsche Staatsanleihen aufzunehmen, deren Bewertungen vom derzeitigen makroökonomischen Umfeld stark dekorreliert sind.

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Quelle: Carmignac, Morningstar, 31.01.2018. (1) Anteil A EUR Acc (2) Referenzindikator: JP Morgan GBI Global (Eur) (3) Morningstar-Kategorie: EAA OE Global Bond. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Sie versteht sich abzüglich von Gebühren (ausgenommen sind eventuelle Ausgabeaufschläge zugunsten der Vertriebsstelle).

*„Unconstrained“-Ansatz: Ein aktiver Ansatz ohne jeglichen Indikator, der auf einer großen Flexibilität in der Verwaltung der Exposures beruht und den Fonds in die Lage versetzt, sich in extrem unterschiedlichen Marktumgebungen zu behaupten.

Charles Zerah

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Fondsmanager - Internationale Anleihen

Vor seiner Tätigkeit bei Carmignac sammelte Charles Zerah im Rahmen seiner Tätigkeit für AXA Investment Managers, Crédit Lyonnais AM und Crédit Agricole AM fundierte Kenntnisse im globalen Anleihe¬markt. Er hat einen Master in Finanzwissenschaften und absolvierte ein Postgradu-iertenstudium an der Universität Paris II Panthéon Assas, das er mit einem DESS-Di¬plom (diplôme d’études supérieures spécialisées) abschloss. Zerah wendet einen globalen Ansatz bei festverzinslichen Anlagen an und verfügt über umfangreiche Erfahrung in Staats- und Unternehmensanleihen der Schwellenländer. Zudem ver¬waltet er den Fonds Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine mit.

HAUPTRISIKEN DES FONDS

KREDITRISIKO: Das Kreditrisiko besteht in der Gefahr, dass der Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

ZINSRISKO: Das Zinsrisiko führt bei Zinsschwankungen zu einem Rückgang des Nettoinventarwerts.

RISIKO IN VERBINDUNG MIT DER VERWALTUNG MIT ERMESSENSSPIELRAUM: Die von der Verwaltungsgesellschaft erwartete Entwicklung der Finanzmärkte wirkt sich direkt auf die Performance des Fonds aus, die von den ausgewählten Titeln abhängt.

VERWALTUNG MIT ERMESSENSSPIELRAUM: Die von der Verwaltungsgesellschaft erwartete Entwicklung der Finanzmärkte wirkt sich direkt auf die Performance des Fonds aus, die von den ausgewählten Titeln abhängt.

DER FONDS IST MIT EINEM KAPITALVERLUSTRISIKO VERBUNDEN.